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Ehrenamtlicher Übersetzungsdienst für die Sütterlinschrift

Vor ein paar Generationen, nämlich in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde vielen Grundschülern in Deutschland das Lesen und Schreiben in der Sütterlinschrift gelehrt. Dabei handelt es sich um eine nach dem Berliner Grafiker, Maler und Lehrer Ludwig Sütterlin benannte Schreibschrift. Die von Herrn Sütterlin entworfene Schrift sollte den Kindern das Erlernen des Schreibens in der Schreibschrift u.a. durch rundere und einfachere Buchstaben erleichtert werden.

Die Sütterlinschrift wurde zunächst ab 1915 in Preußen unterrichtet, wurde danach aber auch in die Lehrpläne in anderen Teilen Deutschlands aufgenommen, mit dem Ziel, landesweit eine einheitliche Schrift zu lehren.

1941 wurde die Sütterlinschrift von Hitler jedoch verboten. Als Grund hierfür kann angenommen werden, dass die Schrift auf deutschem Gebiet gelehrt und benutzt wurde, was Hitler nicht so ganz passte, da er seine Propaganda auch darüber hinaus publik machen wollte. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Sütterlinschrift nur noch sehr vereinzelt an Schulen gelehrt und durch die noch heute benutzte lateinische Schrift ersetzt. So kommt es auch, dass die Fähigkeit, die Sütterlinschrift zu lesen und zu schreiben langsam zurückgeht. Menschen, die heute ca. 75-90 Jahre alt sind, sind der Sütterlinschrift mit der größten Wahrscheinlichkeit noch mächtig.

In Deutschland gibt es mehrere sogenannte Sütterlinstuben, in denen man sich noch mit der Schriftart beschäftigt. So hat auch die Arbeiterwohlfahrt Konstanz eine Sütterlin-Schreibstube eröffnet. Bei regelmäßigen Treffen, die offen für alle sind, können Jung und Alt ihre Kenntnisse in der Schrift wieder auffrischen bzw. diese neu erlernen.

Zudem bietet der Konstanzer Lokalverein auch einen Übersetzungsdienst für historische Dokumente in der Sütterlinschrift an, die ehrenamtlich und auf Spendenbasis übersetzt werden. In manchen Familien taucht noch das ein oder andere Dokument aus den Anfängen des letzten Jahrhunderts auf, dass sogar über die Familiengeschichte Aufschluss geben könnte. Übersetzt werden allerlei Schriftstücke: Urkunden, Rezepte, wissenschaftliche oder amtliche Dokumente und sogar Liebesbriefe.

Das Londoner Büro von Language Connect hat übrigens auch schon Erfahrungen mit Sütterlin sammeln können, da dort 2009 eine Übersetzungsanfrage der englischen Gemeinde Staffordshire einging, wo in einem Archiv in der Sütterlinschrift verfasste Briefe gefunden worden waren, die von dort nach dem 1. Weltkrieg internierten deutschen Soldaten stammten. Ian Wkyes, ein Mitarbeiter des Gemeinderats, war so freundlich, uns einen der Briefe für diesen Blog zur Verfügung zu stellen. Dieser Brief ist in einer so schönen Handschrift verfasst, dass es sogar für Laien Spaß machen kann, sich die Schrift genauer anzusehen und eventuell sogar den Inhalt des Briefes zu entschlüsseln. Wer das tun will, findet z.B. hier eine Übersicht über das Alphabet der Sütterlinschrift.

http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/lernen/erfindung_der_schrift/wissensfrage.jsp#

http://www.suetterlin-schreibstube.de/

http://www.suedkurier.de/region/kreis-konstanz/konstanz/Arbeiterwohlfahrt-Uebersetzung-von-Suetterlin-Briefen;art372448,4450294

Honorare für Übersetzer in 2008 gestiegen

Laut dem Honorarspiegel des BDÜ sind die Honorare für Übersetzungen in Deutschland im Laufe des Jahres 2008 generell gestiegen, in den gängigen Sprachen um ca. 5%. Da das Jahr 2008 mittlerweile oft als das Krisenjahr schlechthin bezeichnet wird, klingt diese Tatsache zunächst etwas überraschend. Denn die Folgen Rezession sind ja normalerweise Gehaltseinbußen und sinkende Löhne. Die steigenden Honorare für Übersetzungen lassen also darauf schließen, dass die Nachfrage nach Sprachdienstleistungen, eben trotz der wirtschaftlichen Lage und auch trotz des höheren Preisdrucks in der Branche, gestiegen sind. Das heißt, dass die Vernetzung von Deutschland mit dem Rest der Welt durch die Krise nicht angehalten wurde und der Markt für Sprachdienstleistungen durch die Globalisierung wächst.

Der Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer e.V. (BDÜ), der größte deutsche Berufsverband der Branche befragt jedes Jahr im Juni Übersetzer zu ihren Einkünften und publiziert anschließend einen aktuellen Honorarspiegel, der Auskunft über die Entwicklung der Vergütung  für Übersetzer gibt . Es wurden 1200 Freiberufler sowie Übersetzungsagenturen befragt. Die neuesten Umfrageergebnisse basieren aus Daten aus dem Jahr 2008.

http://www.bdue.de/

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